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Ein Tagesgeldkonto ersetzt heute das klassische Sparbuch und ist eine sehr einfache Möglichkeit, Geld sicher anzulegen. Die Rendite ist geringer als bei Anlagen mit mehr Risiko wie z. B. Aktien. In diesem Artikel beleuchten wir die Vor- und Nachteile von Tagesgeld und worauf Sie achten müssen.

Was genau ist Tagesgeld und wie kann ich es anlegen?

  • Tagesgeld ist eine sichere und einfache Methode, Geld anzulegen. Sie eröffnen ein entsprechendes Konto entweder als Unterkonto bei Ihrer Hausbank oder als neues Konto bei einer Fremdbank. Erkundigen Sie sich vorab, ob Gebühren anfallen.
  • Die einzige Voraussetzung ist ein Girokonto, da Sie nicht direkt vom Sparkonto Überweisugen an Dritte oder Abbuchungen tätigen können, sondern das Geld zunächst auf Ihr Girokonto transferieren müssen. Das Girokonto muss nicht bei derselben Bank eröffnet werden.
  • Sie zahlen regelmäßig, z. B. monatlich, einen festen Betrag ein oder unregelmäßig unterschiedliche Beträge, z. B. wenn Sie genug Geld zum Sparen übrig haben. So können Sie ohne Risiko Rücklagen bilden und bekommen Zinsen. Geeignet ist es besonders für geringere Sparbeträge für Anschaffungen und für Rücklagen für Notfälle, da Sie sofort Geld abheben können.
  • Bei Tagesgeldkonten können entweder sofort über das Geld verfügen (oder einen Teil, da es Höchstgrenzen für Transaktionen gibt. oder legen es für einen bestimmten Zeitraum fest an (Festgeld).
  • Eine ebenso risikofreie Variante ist eine Festanlage ist geeignet, wenn Sie bereits wissen, dass Sie nicht in nächster Zeit über dieses Geld verfügen müssen. Eine Festanlage bringt deutlich mehr Zinsen. Übliche Laufzeitverträge sind ein halbes Jahr oder ein Jahr. Mindest- und Höchstbeträge werden von den Banken festgelegt.
  • Tagesgeld eignet sich besonders für sichere, kurzfristige Anlagen mit Fokus auf schneller Verfügbarkeit. Für langfristigen Vermögensaufbau sind oft andere Anlageformen (z. B. ETFs und Festgeld) sinnvoller.

Alle Vor- und Nachteile auf einen Blick

VorteileNachteile
Flexibilität: Jederzeitige Verfügbarkeit des Geldes (keine Bindung an Laufzeiten).Niedrigere Zinsen: Meist geringere Verzinsung als bei Festgeld oder langfristigen Anlagen.
Sicherheit: Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank und Kunde (in der EU).Zinsänderungsrisiko: Variable Zinsen können sinken (z. B. bei Leitzinsanpassungen der EZB).
Keine Mindestanlage: Oft schon ab 1 € möglich.Inflationsrisiko: Bei niedrigen Zinsen kann die Rendite die Inflation nicht ausgleichen.
Einfache Handhabung: Online-Kontoeröffnung, schnelle Überweisungen.Steuerpflicht: Kapitalertragssteuer (25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer) auf Zinserträge.
Keine Kursrisiken: Keine Schwankungen wie bei Aktien oder Fonds.Begrenzte Renditechancen: Keine Wertsteigerung wie bei Wertpapieren oder Immobilien.
Tägliche Zinsgutschrift: Zinsen werden oft täglich oder monatlich gutgeschrieben.Bankenabhängig: Zinssätze und Konditionen variieren stark zwischen Anbietern.
Gute Liquidität: Ideal für Notgroschen oder kurzfristige Sparziele.Ggf. Gebühren: Einige Banken verlangen Kontoführungsgebühren (selten, aber möglich).

Wofür sich ein Tagesgeldkonto besonders eignet

Tagesgeld ist die sicherste Geldanlage - damit Sie nicht plötzlich im Regen stehen.

Zwar gibt es Angebote, die mehr Rendite einbringen, aber Tagesgeld bietet vor allem im Alltag einige hervorragende Vorteile:

  • Notgroschen (Notfallreserve)
    • Sofortige Verfügbarkeit des Geldes für unerwartete Ausgaben (z. B. Reparaturen, Arztkosten, Jobverlust, Umzug)
    • Empfehlung: 3–6 Monatsausgaben als Puffer
    • Vorteil: Keine Bindung, Geld ist rechtzeitig abrufbar
  • Kurzfristige Sparziele
    • Beispiele: Urlaubsplanung (z. B. in 6 bis 12 Monaten), Größere Anschaffungen (Auto, Möbel, Hochzeit)
    • Steuernachzahlungen oder Versicherungszahlungen
  • Parken von Geld zwischen Anlagen
    • Geld, das später in Aktien, ETFs oder Festgeld investiert werden soll und schnell verfügbar sein soll
    • Vorteil: Sicherheit und kein Verlust durch Inflation dank Zinsen, bis Sie sich für eine langfristige Anlage entscheiden
  • Liquiditätsmanagement für Unternehmen
    • Für Firmen, die kurzfristig freie Mittel parken möchten (z. B. für Gehaltszahlungen, Steuernachzahlungen oder Investitionen)
    • Vorteil: Zinsen auf nicht benötigte Beträge, ohne Risiko
  • Zinseszinseffekt nutzen
    • Bei hohen Zinsen (z. B. aktuell 2026: ~3–4 % p.a.) kann Tagesgeld als kurzfristige Renditequelle dienen – besonders, wenn Festgeldzinsen ähnlich sind, aber Flexibilität wichtiger ist
  • Diversifikation im Portfolio
    • Geeignet als sicherer Baustein neben riskanteren Anlagen (Aktien, Kryptos, Immobilien)
    • Vorteil: Reduziert das Gesamtrisiko des Portfolios
  • Im Alter
    • Wenn langfristige Anlagen nicht mehr sinnvoll sind
    • Rücklagen für Beerdigungskosten, Haushaltsauflösung u. Ä.

Wann ist Tagesgeld nicht ideal?

Als sicherste und flexibleste Geldanlage hat Tagesgeld viele Vorteile, aber ist nicht für alle Zwecke geeignet:

  • Langfristiger Vermögensaufbau (z. B. Altersvorsorge): Hierfür eignen sich besser ETFs, Aktien, Riester/Rürup mit besseren Zinsen und Zinsgarantien
  • Hohe Renditeerwartung: Tagesgeldzinsen liegen meist unter oder nur knapp über der Inflation
  • Steueroptimierung: Zinserträge unterliegen der Kapitalertragssteuer (25 % steuer + Soli + ggf. Kirchensteuer)

Festgeld vs. Tagesgeld im direkten Vergleich

Wann ist Festgeld die bessere Wahl?

  • Sie haben Geld, das Sie nicht kurzfristig brauchen (z. B. Anzahlung für ein Haus in 3 Jahren, Altersvorsorge)
  • Sie wollen eine garantierte Rendite ohne Risiko (keine Aktien, keine Kursschwankungen, garantierter Zinssatz)
  • Die Zinsen sind aktuell hoch (z. B. 2026 ca. 4 % p. a. bei guten Anbietern)
  • Sie suchen eine einfache, sichere Anlage ohne Managementaufwand

Wann ist Tagesgeld besser?

  • Sie brauchen jederzeit Zugriff auf Ihr Geld (Notgroschen, kurzfristige Ziele)
  • Sie wollen Flexibilität für spontane Investitionen (z. B. wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt)
  • Die Zinsen steigen gerade stark (dann kann man von höheren Tagesgeldzinsen profitieren)

Tabelle für den schnellen Vergleich

KriteriumFestgeldTagesgeld
ZinssatzFestgeldzinsen liegen bei ~4–5 % p.a. (je nach Laufzeit und Bank)Tagesgeldzinsen bei ~3–4 % p.a. (aber nicht garantiert)
ZinsgarantieFest vereinbart für die gesamte Laufzeit (z. B. 1–5 Jahre)Jederzeit änderbar durch die Bank
LaufzeitFestgelegt (z. B. 1 oder 2 Jahre oder mehrKeine Bindung, Geld ist täglich verfügbar
ZinseszinsStarker Effekt durch längere Bindung und höhere ZinsenGeringerer Effekt durch niedrigere Zinsen und mögliche Abhebungen
SicherheitEinlagensicherung bis 100.000 € pro Bank (wie Tagesgeld)Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank (wie Tagesgeld)
FlexibilitätEingeschränkt – vorzeitige Kündigung oft mit Zinsverlust oder gar nicht möglichVoll flexibel – jederzeit abrufbar
SteuerKapitalertragssteuer (25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer) auf ZinsenKapitalertragssteuer (25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer) auf Zinsen
InflationsschutzBesser bei hohen Zinsen (z. B. aktuell 2026: ~4–5 % p.a.)Schlechter, da Zinsen oft unter der Inflation liegen

Tipp: Festgeld und Tagesgeld kombinieren

  • Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) → Tagesgeld (für Liquidität).
  • Mittelfristige Sparziele (ab 1 Jahr) → Festgeld (für höhere Zinsen).
  • Langfristige Ziele (ab 5 Jahren) → ETFs oder andere Anlagen (für mehr Renditechancen).

Tagesgeldkonto eröffnen, nutzen & Tipps

Lassen Sie sich zum Thema Tagesgeld beraten.

In diesem Abschnitt können Sie nachlesen, wie Sie ein Tagesgeldkonto eröffnen können und was Sie dabei beachten müssne.

Tagesgeldkonto eröffnen

Anbieter vergleichen nach folgenden Kriterien

  • Zinssatz prüfen (aktuell 2026: ~3–4 % p.a. bei Top-Anbietern).
    • Beispiele (Stand Oktober 2026):
    • Trade Republic Tagesgeld: 4,0 % p.a. (täglich verfügbar)
    • Renault Bank Tagesgeld: 3,9 % p.a. (keine Kontoführungsgebühren)
    • ING Tagesgeld: 3,75 % p.a. (nur für Bestandskunden)
    • Bigbank (Estland): 4,2 % p.a. (EU-weit gesichert)
  • Konditionen checken: Keine Kontoführungsgebühren
  • Mindestanlage: Keine oder gering
  • Zinsgutschrift: Werden Zinsen täglich, monatlich oder jährlich ausgezahlt?
  • Einlagensicherung: Garantiert 100.000 € pro Bank in der EU
  • Online-Banking & App vorhanden
  • Tools zum Vergleichen:

Konto online eröffnen

  • Dokumente bereithalten:
    • Personalausweis oder Reisepass für Identitätsprüfung via VideoIdent oder PostIdent
    • Steueridentifikationsnummer für Freistellungsauftrag
    • Girokonto für Referenzüberweisung oder erste Einzahlung
    • Smartphone für SMS-TAN oder App-Nutzung
    • Tipp: Wenn Sie ein Girokonto bei der gleichen Bank haben, müssen Sie die Dokumente nicht erneut vorlegen, um ein Tagesgeldkonto zu eröffnen.
  • Schritte:
    1. Anbieter-Website aufrufen (z. B. Trade Republic).
    2. „Tagesgeldkonto eröffnen“ auswählen.
    3. Persönliche Daten eingeben (Name, Adresse, Geburtsdatum).
    4. Identität bestätigen:
      • VideoIdent (per Webcam/Handy in Echtzeit, dauert ~5 Min.).
      • PostIdent (in einer Filiale der Deutschen Post, dauert 1–2 Tage).
    5. Freistellungsauftrag einrichten (bis zu 1.000 € Sparer-Pauschbetrag pro Jahr steuerfrei).
    6. Konto bestätigen (per E-Mail oder Post).
    7. Zugangsdaten erhalten (per Post oder direkt online).
  • Dauer: 10 bis 30 Minuten (bei VideoIdent sofort nutzbar).

Konto verknüpfen & erste Einzahlung

  • Girokonto verknüpfen (für Überweisungen):
    1. Im Online-Banking des Tagesgeldkontos unter „Konten verknüpfen“ das Girokonto hinterlegen.
    2. Referenzüberweisung (kleine Summe, z. B. 1 Cent) zur Bestätigung durchführen.
  • Erste Einzahlung:
    • Überweisung vom Girokonto (Dauer: 1 bis 2 Bankarbeitstage).
    • Sofortüberweisung (bei einigen Anbietern möglich, z. B. über Klarna oder Trustly).
    • Mindestbetrag: Meist keiner (außer bei Sonderaktionen).

Geld einzahlen

Überweisung vom Girokonto

  • Empfänger:
    • Kontonummer und Bankleitzahl des Tagesgeldkontos
    • Verwendungszweck optional (z. B. „Einzahlung Tagesgeld“)
  • Dauer:
    • Standard-Überweisung: 1–2 Bankarbeitstage.
    • Echtzeit-Überweisung (SEPA Instant): Sofort (kostet ggf. Gebühren, z. B. 0,50–2 €).
    • Bei der Hausbank per Umbuchung: Sofort

Dauerauftrag einrichten für regelmäßige Sparbeträge

  • Im Girokonto einen Dauerauftrag auf das Tagesgeldkonto einrichten.
  • Beispiel: Monatlich 200 € automatisch überweisen.

Sofortige Einzahlung (bei einigen Anbietern)

  • Trade Republic, N26, Revolut: Einzahlung per Kreditkarte oder Sofortüberweisung möglich (Gebühren prüfen!).

Achtung:

  • Einzahlungslimits: Manche Banken haben tägliche oder monatliche Limits (z. B. 50.000 €/Tag).
  • Falsche Überweisungen: Bei falscher Kontonummer kann das Geld verloren gehen – immer doppelt prüfen!

Geld abheben

Überweisung auf das Girokonto

  • Schritte:
    1. Im Online-Banking des Tagesgeldkontos unter „Überweisung“ oder „Auszahlung“ dein Girokonto als Ziel auswählen.
    2. Betrag eingeben (mindestens 1 €, oft kein Maximum).
    3. TAN eingeben (per SMS, App oder ChipTAN).
    4. Bestätigen – das Geld ist meist sofort oder am nächsten Tag auf dem Girokonto.

Dauer & Gebühren

  • Standard-Überweisung: 1 bis 2 Bankarbeitstage (kostenlos).
  • Echtzeit-Überweisung: Sofort (kostet ggf. Gebühren, z. B. 0,50–2 €).
  • Auslandsüberweisung: Falls dein Tagesgeldkonto im Ausland ist (z. B. Bigbank in Estland), kann es 1–3 Tage dauern.

Achtung:

  • Mindestens 1 € Abhebungslimit (bei den meisten Banken).
  • Keine Karte: Tagesgeldkonten haben keine EC- oder Kreditkarte – Abhebungen nur per Überweisung.
  • Zinsverlust: Bei manchen Banken entfallen die Zinsen für den abgehobenen Betrag ab dem Abhebetag.

Weitere wichtige Punkte

Bei der Nutzung

  • Zinsgutschrift: Wann werden die Zinsen gutgeschrieben? (täglich, monatlich, jährlich?)
  • Zinsanpassungen: Manche Banken passen die Zinsen monatlich an – prüfe regelmäßig, ob dein Anbieter noch wettbewerbsfähig ist.
  • Maximalbetrag: Manche Banken haben Obergrenzen (z. B. 500.000 € pro Kunde).
  • Kündigung: Tagesgeldkonten sind jederzeit kündbar (meist per E-Mail oder Online-Banking).

Sicherheit

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren (z. B. per SMS oder App).
Phishing-E-Mails: Niemals auf Links in verdächtigen E-Mails klicken. Immer die offizielle Website der Bank nutzen.
Passwort: Starkes Passwort (mind. 12 Zeichen, Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen).
App-Nutzung: Nur die offizielle Banking-App herunterladen (nicht aus unbekannten Quellen).

Steuerliche Aspekte

Freistellungsauftrag einrichten (bis zu 1.000 € Zinserträge pro Jahr steuerfrei).
Kapitalertragssteuer: Falls du den Freistellungsauftrag nicht ausschöpfst, wird die Steuer automatisch abgeführt.
Steuererklärung: Falls du mehr als 1.000 € Zinsen im Jahr hast, musst du diese in der Anlage KAP angeben.

Checkliste: Tagesgeldkonto eröffnen & nutzen

SchrittErledigt?
Anbieter verglichen (Zinsen, Gebühren, Einlagensicherung)☐
Persönliche Daten & Dokumente bereitlegen (Ausweis, Steuer-ID)☐
Konto online eröffnet (VideoIdent/PostIdent)☐
Freistellungsauftrag eingerichtet☐
Girokonto verknüpft & Referenzüberweisung durchgeführt☐
Erste Einzahlung getätigt☐
Online-Banking & App eingerichtet☐
Zinsgutschrift & Konditionen geprüft☐
Sicherheitseinstellungen (2FA, Passwort) aktiviert☐

Tipps für maximale Rendite & Sicherheit

  • Zinsjagd: Zu einem besseren Anbieter wechseln, wenn der aktuelle Zinssatz unter 3 % p. a. fällt.
  • Zinseszins nutzen: Die Zinsen automatisch wieder anlegen lassen, falls möglich.
  • Notgroschen trennen: Ein separates Tagesgeldkonto nur für den Notgroschen eröffnen (keine spontanen Abhebungen).
  • Festgeld-Kombi: Falls Sie Geld länger als 1 Jahr nicht brauchen, legen Sie einen Teil in Festgeld an (höhere Zinsen).
  • Bankenwechsel: Bei manchen Banken gibt es Neukundenboni (z. B. 50–100 € Prämie).

Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto: Wieviel Geld sollte man flüssig haben?

Die empfohlene Höhe Ihres Notgroschens auf dem Tagesgeldkonto hängt von Ihren monatlichen Fixkosten und Ihrer persönlichen Risikotoleranz ab. Hier die gängigen Richtwerte:

Standardempfehlung: 3 bis 6 Monatsausgaben

  • Berechnung:
    • Addieren Sie alle unverzichtbaren monatlichen Ausgaben (Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen, Kredite etc.).
    • Multiplizieren Sie den Betrag mit 3 bis 6.
  • Beispiel:
    • Monatsausgaben: 2.000 € → Notgroschen: 6.000–12.000 €.
  • Für wen?
    • Angestellte mit sicherem Einkommen.
    • Haushalte mit stabilen Einnahmen und geringem Risiko (z. B. keine gesundheitlichen Vorerkrankungen, kein unsicherer Job).

Erhöhte Reserve: 6 bis 12 Monatsausgaben

  • Wann sinnvoll?
    • Selbstständige/Freiberufler (Einkommen schwankt stark).
    • Einzelverdiener-Haushalte (kein zweites Einkommen als Backup).
    • Personen mit hohem Risiko (z. B. chronische Krankheiten, unsichere Branche).
    • Eltern oder Alleinerziehende (zusätzliche Verantwortung).
  • Beispiel:
    • Monatsausgaben: 3.000 € → Notgroschen: 18.000–36.000 €.

Minimalreserve: 1 bis 3 Monatsausgaben

  • Nur für:
    • Sehr sichere Einkommenssituation (z. B. Beamte, Festanstellung mit Kündigungsschutz).
    • Zusätzliche Absicherung (z. B. durch Ersparnisse bei Eltern oder Partner).
    • Sparer, die das Geld lieber investieren (z. B. in ETFs) und ein höheres Risiko akzeptieren.

Sonderfälle

SituationEmpfohlene Reserve
Immobilienbesitzer+1–2 Monatsausgaben für Reparaturen (z. B. Heizung, Dach).
Schulden (z. B. Kredit)Mindestens 6 Monatsausgaben, um Zahlungsausfälle zu vermeiden.
Kinder im Haushalt+20–30 % pro Kind (für unerwartete Kosten wie Arztbesuche, Schulmaterial).
Rentner12–24 Monatsausgaben (da kein Einkommen mehr generiert wird).

Wichtige Regeln für den Notgroschen

  • Liquid halten: Nur auf Tagesgeld oder Festgeld mit kurzer Laufzeit (keine Aktien, ETFs oder Immobilien!).
  • Getrennt vom Girokonto: Vermeiden Sie spontane Ausgaben – am besten ein separates Tagesgeldkonto ohne Karte.
  • Nachfüllen: Wenn Sie den Notgroschen anrühren, priorisieren Sie das Wiederauffüllen.
  • Inflation ausgleichen: Bei hohen Zinsen (z. B. aktuell ~3–4 % p.a.) ist Tagesgeld eine gute Wahl. Bei niedrigen Zinsen (<1 %) können Sie einen Teil in kurzlaufendes Festgeld oder Geldmarktfonds legen.

Fazit

Wie der Artikel dargelegt hat, ist Tagesgeld ist perfekt für Sicherheit, Flexibilität und kurzfristige Ziele, aber kein Instrument für langfristigen Wohlstand. Es eignet sich besonders für den sogenannten Notgroschen, da das Geld sofort verfügbar ist. Wenn Sie also eine plötzliche Anschaffung haben wie eine neue Waschmaschiene, umziehen und Geld für die Kaution benötigen, einen teuren Urlaub planen oder eine große Feier, ist ein Tagesgeldkonto ideal.

Für Geld, dass Sie nicht unbedingt flüssig haben müssen und dieses aber ebenso risikoarm und mit sicherem Zinssatz anlegen möchten, dann kommt Festgeld infrage. Sie können einen bestimmten Betrag, z. B. 5.000 €, für einen Zeitraum von beispielsweise einem Jahr festlegen. Sie erhalten in der Regel mehr Zinsen (über der Inflationsrate) als auf einem Tagesgeldkonto.

Informieren Sie sich in gängigen Vergleichsportalen für die besten Angebote und lesen Sie auch die Erfahrungen anderer Kunden. Achten Sie auf Kündigungsfristen oder automatische Kündigung, eventuelle Gebühren, Auszahlungsfristen und die Möglichkeit, Zinsenzinsen direkt wieder anzulegen, sofern gewünscht.

Häufig gestellte Fragen zu Tagesgeldanlagen

  1. Was ist ein Tagesgeldkonto?

    Es handelt sich um ein verzinstes Guthabenkonto, auf das jederzeit Geld eingezahlt oder abgehoben werden kann. Anders als bei Festgeld wird das Guthaben nicht für eine feste Laufzeit gebunden. Der Zinssatz kann sich jedoch ändern.

  2. Wie wird der Zinssatz beim Tagesgeld festgelegt?

    Die Bank legt den Zinssatz fest und kann ihn grundsätzlich anpassen. Er kann sich etwa an der allgemeinen Zinsentwicklung orientieren, ist aber nicht automatisch daran gekoppelt. Deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich der Konditionen.

  3. Kann jederzeit Geld abgehoben werden?

    Das angesparte Geld ist grundsätzlich täglich verfügbar. Auszahlungen erfolgen meist auf ein hinterlegtes Referenzkonto und können je nach Bank etwas Zeit in Anspruch nehmen. Eine feste Kündigungsfrist oder Laufzeit besteht normalerweise nicht.

  4. Wie oft werden Tagesgeldzinsen gutgeschrieben?

    Die Gutschrift erfolgt je nach Bank monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Häufigkeit und Berechnungsmethode stehen in den Kontobedingungen. Bei regelmäßiger Gutschrift können bereits erhaltene Zinsen selbst wieder Zinsen erwirtschaften.

  5. Ist Geld auf einem Tagesgeldkonto sicher?

    In der EU sind Einlagen grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Entscheidend sind der Sitz der Bank und das zuständige Sicherungssystem. Zusätzliche Sicherungen können abweichende Bedingungen haben.

  6. Wie werden die Zinsen versteuert?

    Zinserträge können steuerpflichtig sein. Ein Freistellungsauftrag kann dafür sorgen, dass Kapitalerträge bis zur jeweils geltenden steuerlichen Freigrenze nicht direkt besteuert werden. Ohne passenden Auftrag kann die Bank Steuern einbehalten.

  7. Worin unterscheidet sich Tagesgeld von Festgeld?

    Beim Tagesgeld ist das Guthaben in der Regel jederzeit verfügbar, während Festgeld für eine vereinbarte Laufzeit gebunden ist. Der Zinssatz beim Tagesgeld kann sich verändern. Beim Festgeld bleibt er üblicherweise für die Laufzeit fest vereinbart.

  8. Was ist bei einem Angebot mit Aktionszins zu beachten?

    Ein Aktionszins gilt häufig nur für eine begrenzte Zeit oder bis zu einem bestimmten Anlagebetrag. Wichtig sind daher die Dauer des Angebots, der Zinssatz danach und mögliche Bedingungen für Neukunden oder zusätzliches Guthaben.

  9. Kann ein Tagesgeldkonto als Gehaltskonto genutzt werden?

    Nein. Es dient zum Sparen und nicht für den täglichen Zahlungsverkehr. Überweisungen laufen in der Regel über ein Referenzkonto. Daueraufträge, Kartenzahlungen und Lastschriften sind daher häufig nicht oder nur eingeschränkt möglich.

  10. Welche Konditionen muss man beachten?

    Für einen Vergleich zählen nicht nur der Zinssatz, sondern auch dessen Gültigkeitsdauer, mögliche Höchstbeträge und Bedingungen für Neukunden. Ebenso wichtig sind Einlagensicherung, Kontoführung und der Zinssatz nach einer möglichen Aktionsphase.

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